IN MEMORY

//FLASHBACK//

Wir sitzen im Auto auf dem Weg nach Chemnitz und meine Schwiegermama sagt uns am Telefon, dass es mit Max so nicht mehr weiter geht. Er rührt sich nimmer, er trinkt und frisst kaum noch und er kann nicht mehr pullern und kacken.

Wir also schnell unseren Weg in Chemnitz erledigt und ab zurück nach Annaberg. Dort Sachen gepackt und nach Lichtenstein zum Hasihund. Was uns da erwartet hat will man sich gar nicht wirklich vorstellen.
Ein eingefallenes Gesicht, aufgelegene, dicke Vorderpfötchen und auch sonst macht der Max gar keinen guten Eindruck.
Bis in die Nacht haben wir bei Max gesessen, der ja nicht einmal mehr in die Wohnung kann, da er sich ja nicht bewegen kann. Irgendwann gehen wir ins Bett und versuchen zu schlafen. Ich mehr schlecht als recht, Kristin gar nicht.
Am nächsten Tag muss ich arbeiten gehen. Ein absolutes Grauen für mich, da ich nicht weiß, was der Max aus tut und ob es nicht das letzte mal ist, dass ich ihn lebend sehe.
Über den Tag machen wir mit der Tierärztin aus, dass sie nach der Sprechstunde noch einen Hausbesuch macht. Wie sollen wir denn auch den Max ins Auto bekommen. Er lässt sich wegen der Schmerzen nicht anfassen und fliegen kann er noch nicht.
Am Abend komme ich so kurz nach 21 Uhr heim und der Max liegt wie ich ihn früh verlassen habe da, freut sich zwar mich zu sehen, hat aber noch weniger Energie wie früh.

 

 //NOW//

Es ist ca 22.30 Uhr und die Tierärztin kommt endlich. Nach ca 12 Stunden Arbeit in ihrer Praxis begibt sich diese nette Frau noch  auf einen Hausbesuch der wie schon vorherzusehen war traurig enden wird.

Es wird geschaut, festgestellt und eine schwer zu fällende Entscheidung getroffen. Max muss eingeschläfert werden. Die Ärztin gibt ihm höchstens noch eine Woche unter Qualen und das wollen wir unserem Max nun wirklich nicht antun.
Ödeme in den Pfötchen, vermutlich Einblutung in den Bauchraum, das Wasser was er zu sich nimmt kommt irgendwo an, nur nicht da wo es soll und zu allem Übel hat er wahrscheinlich auch noch einen Milztumor.

Um 23.10 Uhr wird nach zwei Spritzen Narkosemittel in die Leber der Herzstillstand von Max festgestellt. Der Schmerz sitzt tief. Besonders bei Kristin und mir. Wir können nicht mehr, brechen zusammen und sitzen weinend vor Max. Er liegt leblos aber warm vor uns.  Kristin bittet, "Wach wieder auf...". Nichts. Max liegt einfach  da. Leblos.

Ca 23.45 Uhr können wir uns kurzzeitig aufraffen, legen Max in eine Decke und müssen dann raus. Frische Luft, weg vom Ort der Trauer. Viel hilft es nicht. Immer wieder fangen wir an zu weinen.

0.30 Uhr gehen wir ins Bett. An Schlaf ist nicht zu denken. Ich döse immer mal für eine halbe Stunde weg, Kristin findet gar keine Ruhe. Sie "hört" Max am Bett liegen, dann die Treppe rauf kommen. Der menschliche Verstand ist schon pervers realistisch.

Es ist 5.45 Uhr. Kristin sieht aus, als hätte sie die Nacht durchweg geweint, ich sehe nicht viel besser aus. Wir stehen auf ziehen uns an und machen uns auf den Weg in den Garten ein Grab ausheben. Der Boden ist das Letzte. Harte Erde, Steine ohne Ende. Kristin kommt glücklicherweise auf den genialen Gedanke  eine Hacke zu holen. So geht’s einigermaßen. Nach anderthalb Stunden ist das Grab fertig. Wir fahren zurück und holen Max.
Max muss ins Auto. Also unter die Decke fassen und ihn eine Etage tiefer tragen. Mir ist speiübel ich stehe kurz vorm nervlichen Zusammenbruch.
Im Garten angekommen legen wir ihn auf ein weißes Lacken und lassen ihn dann langsam ins Grab hinab. Das Lacken umklappen alles ordentlich richten und vergewissern, dass nicht in einer unnatürlichen Haltung liegt. Dann kommt der schlimmste Teil. Ich muss die Erde wieder dahinschaufeln, wo ich sie eine gute Stunde vorher ausgehoben habe. Kristin sitzt neben dem Grab und weint. Mein Schwiegervater steht vor dem Grab und raucht, weil das seine einzige Möglichkeit ist, nicht in Tränen auszubrechen.
Mittlerweile ist es 9.30 Uhr. Das Grab ist geschlossen, wir sind mit den nerven völlig am Ende und fahren heim.

Es ist endgültig. Max kommt nie mehr wieder. Nie wieder Freude, nie wieder fiepen, bellen, krabbeln, tapsen.
Keiner weiß so recht wie es weiter gehen soll. Er fehlt uns. Der Geruch in der Diele tut sein übriges. Alles kommt wieder hoch.

Die nächsten Monate werden wohl nicht viel besser werden. Die Besuche in Lichtenstein werden hart werden. Der Gang durch die Wohnung ist auch nicht leicht. Max hängt schließlich fast Lebensgroß im Flur. Dort wird er auch bleiben.

Und er wird auf ewig in unseren Herzen bleiben. Nie werden wir ihn vergessen.  Für mich war er der treuste Vierbeiner den man sich nur wünschen kann. Und er war der schönste Hund der Welt. Danke für die schöne Zeit mit dir. Lass es dir gut gehen, da wo du jetzt bist. Wir denken an dich und wünschen dir alles Gute.

 

Schatz dir möchte ich sagen, dass ich dich ganz sehr Liebe, dass ich immer für dich da sein werde und dass und nichts auf dieser Welt trennen kann. Gemeinsam werden wir alles durchstehen.

Ich liebe dich

 

21.7.10 22:44

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Mademoiselle / Website (21.7.10 23:07)
Sehr bewegender Eintrag.
Mein Beileid für euch und eure Familie.
Soetwas klingt leider immer sehr oberflächlicht, und ich wünschte ich könnte es anders klingen lassen

Ein treues Tier zu verlieren, tut mindestens genauso weh, wie einen Menschen zu verlieren, manchmal sogar mehr.

Ich wünsche euch weiterhin alles, alles Gute und Max natürlich, dass er dort, wo er jetzt ist, gut aufgehoben ist.

liebe Grüße,
Mademoiselle.

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